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Interview mit Roland Baader

Interview mit Roland Baader aus der Reihe »Streiflichter des Lebens«.

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Integration: Stadt Mannheim will Stadtviertel umbenennen

Karl-Marx-Stadt

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Damit das endlich besser klappt mit der Integration von uns anpassungsunwilligen Deutschen, erwägt die Stadt Mannheim laut Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD), besonders stark von Türken »frequentierte« Stadtviertel umzubenennen. Türkische Namen müssen her, denn wo kämen wir hin, wenn der gute Öztürk solch komplizierte Wörter wie Althintereck-Viertel aussprechen müsste. Eine Zumutung, wenn nicht gar diskriminierend.

Ich sebst kenne dieses Prinzip auch aus andern deutschen Städten. Das ist aber schon etwas länger her. Da wurden auch Viertel, Straßen, Plätze, usw. umbenannt. Im Westen wie im Osten. Allerdings nicht in vorauseilendem Gehorsam, nein, man wartete unnötigerweise noch, bis die neuen Machthaber das selbst unternahmen. Was für ein Unsinn. Mannheim aber macht es nun richtig. Immerhin hat man aus der Geschichte gerlernt.

In einer Pressemitteilung des Zentralrats der Armenier in Deutschland heißt es:

Mannheim auf türkisch

Die Stadt Mannheim will ein mehrheitlich von Türken bewohntes Viertel offiziell umbenennen. Ein türkischer Name muss her: Auch so kann man Integration offenbar interpretieren – die Bürger ohne Migrationshintergrund, die geblieben sind, werden eben einfach „umgesiedelt“, nach Little Istanbul etwa, oder nach Kücük Istanbul oder nach Beyoglu.

Der Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD) fragt sich zudem, ob die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung darüber nachgedacht haben, wie viele nichttürkische und/oder nichtislamische Migranten aus der Türkei in dem Viertel leben, die froh sind, den Repressalien in ihrer alten Heimat entkommen zu sein und eine neue Heimat in Deutschland gefunden zu haben: Armenier, Kurden, Assyrer, Aleviten, Griechen, Yeziden.

Im Übrigen weist der ZAD darauf hin, dass die Umbenennung traditionsreicher geografischer Namen eine gern gepflegte türkische Übung ist, die nun augenscheinlich auch in Deutschland Früchte trägt. Das hat in den Jahren des jungtürkischen Komitees für Einheit und Fortschritt, das den Völkermord an den Armeniern plante und exekutierte, begonnen und setzt sich bis in die jüngste Gegenwart fort. Vor allem die alten armenischen und griechischen Namen wurden fast vollständig ausradiert und türkisiert, betroffen sind nicht nur Ortsnamen, sondern ebenso Flüsse, Berge und viele andere geografische Einheiten. Allein 16.000 Dörfer wurden umbenannt: Nichts erinnert mehr an die alten Bewohner, selbst Inschriften und andere historische Zeugnisse früherer Zeiten wurden vernichtet.

Die Mannheimer Pläne, so der ZAD, haben zwar keinen derartigen ethnozidalen Hintergrund. Sie sprechen aber dafür, dass Integration weder auf Seiten der Stadt noch auf Seiten der beteiligten Bewohner des Viertels wirklich ernst genommen wird. Und, schlimmer, beide Seiten fördern die Abkapselung einer Gruppe von Einwanderern gegen andere und gegen die verbliebenen Deutschen. Das erinnert leider fatal an die Vorgänge in der Türkei: Das Dorf trägt einen türkischen Namen, es ist türkisch, nur Türken haben Anspruch auf das Dorf. Der ZAD-Vorsitzende Azat Ordukhanyan: „Wie würden wir wohl in der Türkei behandelt, wenn wir nicht einmal ein neues armenisches Viertel in Istanbul forderten, sondern einfach nur die alten Namen unserer Dörfer wiederhaben wollten?“

Mit freundlichen Grüßen

Vorstand des Zentralrats der Armenier in Deutschland

Frankfurt am Main

28.03.2012

Elsaß - Hinnereck

Hinnereck im Elsaß

Die Ausführungen des Zentralrats gelten natürlich nicht nur für die Türkei. Auf der ganzen Welt war solcherlei Geschichtsklitterung zu beobachten. Bei den einen mehr, bei den anderen weniger. Beispiel Polen und Frankreich. Während im ehemaligen Schlesien und Preußen kein Baum mehr an die Ursprünge erinnert, so ist es in Frankreich umgekehrt. Dort heißen in Elsaß/Lothringen die Dörfer und Städte noch immer so wie früher; allenfalls mit kleinen phonetisch bedingten Anpassungen. Sollte eine Umbenennung nicht desto trotz einmal vorgekommen sein, so kann man im Elsaß zunehmend gar zweisprachige Schilder ausfindig machen.

Im Westen also nichts neues. Dass man allerdings hingeht, und in vorauseilendem Gehorsam auf diese Weise seinen Kotau macht, das ist, zumindest in dieser Konstellation, neu.


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Eine Antwort zu “Integration: Stadt Mannheim will Stadtviertel umbenennen”

  1. kolat sagt:

    Das ist die beste Meldung seit Langem! Man muß ja nicht gleich der ganzen Stadt Mannheim eine muslimische Bezeichnung geben. Einzelne Migrantenviertel sollten den Anfang machen, damit sich Alle langsam daran gewöhnen können. Ein vorbildlicher Schritt in Richtung einer positiven Zukunft.

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