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Interview mit Roland Baader

Interview mit Roland Baader aus der Reihe »Streiflichter des Lebens«.

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Der Kritisator braucht ein neues Klo

MEIN GÖTTLICHER, UNSICHTBARER ARSCH

© Gerd HELLMOOD

Ich hätte gerne ein neues Klo. Nicht dass ich mit dem alten nicht zufrieden bin. Ganz im Gegenteil, ich habe keine Probleme. Alles funktioniert tadellos. Doch wie das so ist in der Konsumgesellschaft, ist das Bedürfnis erst mal geweckt, will es gestillt werden. Selbst dann, wenn etwas der ursprünglichen Funktionalität keinen Deut an Mehrgewinn erbringt. Es sind in neudeutsch gesprochen die AddOns oder Must-Haves die einem den Kick für den verloren gegangenen Lebenssinn geben.

Neuerdings habe ich ein Klo entdeckt, welches genau in diese Kerbe schlägt. Es handelt sich äußerlich um ein handelsübliches Porzellanstandardbecken in der Bauart Flachspüler. In die Auffangebene ist eine Art Zielscheibe eingearbeitet. Bei Urinalen ist mir dieses Feature schon länger bekannt, nur hat es dort tatsächlich noch einen funktionalen Sinn. Doch davon wollen wir nicht reden, denn hier geht es ausschließlich um Emotion. Und die ist auch beim Toilettengang wichtig.

Den männlichen Lesern ist bestimmt schon mal ein Urinal mit Zielscheibe unter den Hannes gekommen. Man soll gewissermasen auf einen bestimmten Punkt zielen, damit es am wenigsten daneben spritzt. Das ist mathematisch natürlich aufwändig vom Hersteller berechnet. Ob es stimmt weiß ich nicht. Ich denke es reicht in der Regel aus, nicht nebendran zu pinkeln, was offensichtlich nicht jeder der werten Herren bescherrscht, sieht man sich in den öffentlichen Toiletten einmal um.

Doch zurück zum Flachspüler. Wie kam ich denn nun auf dieses wunderbare Klo, wenn ich doch offensichtlich nicht danach gesucht habe?

Gerd HELLMOOD

Darauf aufmerksam machte mich der Künster Gerd HELLMOOD. Ich stieß auf ihn, da er an der Diskussion über einen völlig polemischen Artikel über Jonathan Meese in diesem Blog teilnahm. Er ergriff sozusagen Partei für meinen Standpunkt, bzw. untermauerte meine Meese-Kritik. Bei der Recherche nach ihm war ich positiv überrascht ob der aussagekräftigen und auch technisch versierten Werke. Offensichtlich niemand der sein Handwerk nicht versteht und seine aus Unvermögen entstandenen Schmierereien mit einem passenden Motto à la »Die Diktatur der Kunst …« kaschieren muss. Da hat jemand einerseits Themen und kann andererseits (wenn es sein mus) auch mit dem Pinsel umgehen.

Und eines der Werke ist nun jenes Klo mit erwähnter Zielscheibe. Interessant aber ist, auf WAS man zu zielen hat. Es ist nämlich nicht bloß ein leeres Ziel, sondern ein bestimmtes: Der Political Correctness. Man scheißt im wahrsten Sinne des Wortes genau darauf! Dass Der Kritisator die ganze Zeit über genau DAGEGEN anzustinken versucht, dürfte spätestens nach dem Lesen des Editorials klar sein.

Das Kunstwerk

Das Werk heißt »Ansichten eines „Unpolitischen“«. Ausgestellt derzeit im Haus der kleinen Künste, Buttermelcherstr. 18, München. Thema: Für mehr persönliche Freiheit.

Political Correctness

© Gerd HELLMOOD

Kunstart: Skulptur
Technik: Keramik
Stil: Installation
130 x 65 x 55 cm
25.6 x 51.2 x 21.7 in
Jahr: 2011
Signatur: vorne signiert
Preis: 3600 Euro

Freiheit

Ja, diese Freiheit möchte ich auch und solange ich noch für sie streiten muss, benötige ich unbedingt dieses Klo. Es kostet schlappe 3600 € und das übersteigt derzeit leider mein Budget. Deshalb bitte ich innigst um Spenden:

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Und was den Meese betrifft, so kann man sich leicht vorstellen was er in die Schüssel rein gekritzelt hätte. Sicherlich sowas wie »ADOLF«. Von daher bleibe ich dabei, Meese ist (ob bewußt oder unbewußt) ein Möchtegern-Künstler dessen einziges Kunstwerk (das muss man ihm wohl zugestehen) darin besteht, sich selbst als solches erschaffen zu haben. Das Kunstwerk Meese oder besser die Marke Meese. Ein Torso – aber mit Marktwert. Inhalt: Adolf. Können: 0. Handwerk: 0. Große Klappe: 100.

Info:


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3 Antworten zu “Der Kritisator braucht ein neues Klo”

  1. Gerd HELLMOOD sagt:

    Da bedanke ich mich erstmal herzlich für diese Laudatio, zumal es mir nie unwichtig ist, woher ein Lob kommt. Was das Objekt Ihres Begehrens anbelangt, sichere ich Ihnen hiermit ein Vorkaufsrecht zu. Darüber hinaus werde ich Ihren Gedanken aufgreifen und mich an V&B wenden, mit der Bitte: Macht mich erschwinglich!

    • Danke für das Vorkaufrecht. Ich fühle mich geschmeichelt. V&B ist vllt. doch nicht der richtige Verein. Ich kenne den Laden halbwegs und kann mir kaum vorstellen, für solche Dinge ein offenes Ohr zu haben; es sei denn es bringt Geld. Das will man und hat man. Man ist sich dort auch nicht zu schade, 8000 € für einen Fotografen auszugeben um eine Tasse Kaffee zu fotografieren. Hauptsache elitär. Also taktieren Sie. Ansonsten, die Zielscheibe als harnsteinfesten Aufkleber herstellen lassen.

      • Gerd HELLMOOD sagt:

        Tja, nun ist dieser Anglizismus so verbreitet, dass man nicht unbedingt einen deutschen Hersteller braucht. Die Idee mit dem Aufkleber ist zu aufwändig, zumal problematischer als Harnstein, vor allem die Harnsäure sein dürfte. (Man beobachte nur mit der Zeit die Wirkung am von uns angepinkelten Denkmal.) Ich tendiere daher mehr zu Pads zum Einlegen. Erste Versuche waren durchaus vielversprechend und zudem hätte man die oben erwähnte Funktionalität noch als Zugabe. Braune Reste à la Meese blieben dann jedenfalls nicht mehr in der Auffangebene (herrliches Fach-Chinesisch übrigens).

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