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Interview mit Roland Baader

Interview mit Roland Baader aus der Reihe »Streiflichter des Lebens«.

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TITANIC im Sommerloch

Satire im Sommerloch

Satire im Sommerloch

Eines der besten und wichtigsten Magazine der Republik hat leider immer wieder Totalaussetzer, in dem es sowohl den gewollten Witz, als auch den guten Geschmack weit verfehlt. Es geht um das Satiremagazin TITANIC.


Was wäre die Bundesrepublik ohne die Titanic? Ohne diesen sarkastischen Gesellschaftsspiegel? Ohne die WM 2006? Ohne Zonen-Gabys erste Banane?

Grandiose Erinnerungen und selbst Jahre später ein Garant für die Lachmuskeln, wenn man sich in feuchter Runde gegenseitig die »Best Of Titanic« erzählt:

Die Nummer mit Spaßpartei FDP samt 18%igem Eierlikör und Porno-Wahlplakaten oder »Gib doch endlich Friedmann«. Die Schwarzgelder (Bimbese) der CDU in der Schweiz. Die PKW-Maut. Die Bestechungsfaxe an die FIFA, wodurch die Fußballweltmeisterschaft in der BRD landete. Die im Anschluß herausgebrachte CD »Bildleser beschimpfen Titanic«: Sie sind ein Schwein, sie die Titanic!. Kerner schmeisst Hitler raus. Das erschmecken von Farben bei »Wetten Das …?« oder die offiziellen Werbespots zur Bundestagswahl 2004 der Partei DIE PARTEI. Humor, bei welchem selbst die Engländer verblassen. Und immer wieder: Wurst für die Welt

Warum bloß, hat die Titanic es nötig, auf solch billige »Lacher« wie nun im Falle des Erdrutsches in Nachterstedt zu setzen? Oder letztens der Flugzeugabsturtz im Atlantik? Wenn sich die Titanic schon auf Kosten von Menschenleben lustig macht, dann sollte der Witz wenigstens sitzen. Ebenso sollte man Satire zumindest ansatzweise erkennen.

Ich denke zum Beispiel an einen Titanic-Titel vor etwa 8 Jahren als die Gattin von Helmut Kohl sich auf Grund ihrer Krankheit das Leben nahm. Sie leidete litt an Lichtallergie und konnte am Ende kaum noch bei Tageslicht vor die Tür gehen. Die Titanic titelte ihren nachgestellten Abschiedsbrief, wobei das Geschriebene über das Briefpapier hinaus bis auf die Tischplatte ragte. Ich musste spontan lachen und mich zugleich darüber schämen, gelacht zu haben. Ich will nicht sagen, dass ich es gut fand, aber der Witz saß wenigstens.

Doch wie nun im Falle Nachternsted wurde teuer eingekauft. Drei Tote, Obdachlose, ein evakuiertes Dorf für einen echt schlechten Witz. Das Komische ist an den Haaren herbeigezogen. Ha ha. Von Satire keine Spur. Selbst ohne moralischen Fingerzeig wäre dieser Gag völlig witzlos.

Die Titanic im Sommerloch.


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4 Antworten zu “TITANIC im Sommerloch”

  1. Ich hab’s endlich verstanden und nachdem mir der Fehler bewußt war, leidete ich auch. Danke!

  2. Imperfekt sagt:

    Werter Herr Kritisator, ich litt eher Ihrer Grammtik. Konjugieren will gelernt sein…

  3. Lachmöwe sagt:

    Beim Lesen Ihres trefflichen Kommentares leidete ich allerdings unter der Grammatik.

    MfG
    Lachmöwe

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