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Interview mit Roland Baader

Interview mit Roland Baader aus der Reihe »Streiflichter des Lebens«.

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Der 9. November – mehr als nur Berliner Mauer

Gedächtniskirche in Berlin

Gedächtniskirche in Berlin

Der 9. November ist eigentlich gar nicht so sehr im Bewusstsein der Bevölkerung; nur dieses Jahr ist es anders. Dieses Jahr nämlich feiert man den 20sten Jahrestag des Falls der Berliner Mauer. Ansonsten geht der 9. November eher achtlos im Alltag unter. Das ist das eine, das andere ist, dass dieses Datum insbesondere dieses Jahr nur monothematisch erörtert wird. Unerinnert bleiben alle anderen 9ten November, ohne diese es nämlich den letzten von 1989 gar nicht gegeben hätte. Er wäre sozusagen nicht notwendig gewesen.


Ohne ein Fachmann auf diesem Gebiet zu sein, fallen mir gleich fünf neunte November ein:

  1. 9.11.1848. Der Revolutionsführer und Republikaner Robert Blum wird in Wien hingerichtet. Die erste große deutsche Demokratiebewegung, die Märzrevolution, findet somit ihr endgültiges Ende.
  2. 9.11.1918. Abdankung von Kaiser Wilhelm II, Ausrufung der Rebublik. Vorausgegangen war eine Meuterei von Matrosen in Kiel. Die Novemberrevolution bricht aus und verbreitet sich wie ein Lauffeuer im ganzen Reich. Binnen weniger Tage ist das Kaiserreich abgeschafft, der Adel zieht sich quasi von selbst zurück. Arbeiter- und Soldatenräte bilden sich. Friedrich Ebert (SPD) schlägt die neue Ordnung blutig nieder. Das Ergebnis ist die ungeliebte Weimarer Republik. Immerhin eine Demokratie; allerdings von den falschen Leuten »getragen«.
  3. 9.11.1923. Ludendorff und Hitler wollen nach Mussolinis Vorbild den Marsch auf Rom von München nach Berlin verlegen. Der Putsch scheitert bereits im Ansatz. Ludendorff stellt sich, Hitler läuft davon und landet im Knast. Das Pamphlet Mein Kampf entsteht.
  4. 9.11.1936. Pogrome gegen die deutschen Juden. Nach der so genannten Reichskristallnacht brennen jüdische Synagogen und Geschäfte. Hunderte sterben, Tausende werden in Konzentrationslager abtransportiert.
  5. 9.11.1989. Fall der Berliner Mauer nach der friedlichen Revolution in der DDR und Nichteingreifen des großen »Bruders« Sowjetunion.

Der erste, zweite und letzte dieser November waren Zufälle. Der zweite und dritte davon, bewusst gewählt, um gegen die von Hitler so verachteten Novemberverbrecher Front zu machen.

Es ist das deutsche Schicksalsdatum und wer weiß, wie die Geschichte verlaufen wäre, wäre das erste oder der zweite jener Ereignisse anders verlaufen.

Die größte Chance war sicherlich 1918 gegeben. Dies ist auch heute noch ein verdrängtes Datum und im Geschichtsunterricht kaum von großer Bedeutung. Hätten die SPD-Leute Ebert und Noske diese große Chance nicht dumm und zugleich hinterhältig verraten und in falsche Hände gehen lassen, wer weiß, was uns alles erspart geblieben wäre? Diese Ursünde der SPD ist bis heute von den Genossen nicht aufgearbeitet.

Was dann passierte weiß jeder. Auf dem Nährboden der Dolchstoßlegende, des schändlichen Versailler Vertrages und der auf falschen Säulen ruhenden Weimarer Republik errichtete Hitler seine Machtgrundlage; mit den bekannten Folgen …


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